Mohammed Said Saggar.......... شعر: محمد سعيد الصكار
Ausgewählte Gedichte.................. ترجمة: د. اشراق كمال الدين
Aus dem Arabischen von
Dr. Ischrak Kamaluldin
Fenster für die Heimat
Gestern wurde ich ein Spatzenweibchen.
Ich sagte:“ O meine Heimat,
auf welchem Ast lande ich
und in welchem Haus?“
Da raffte sie ihren goldfarbenen Umhang und winkte,
und ich sah mein Nest in jedem Haus.
Gestern wurde ich eine Ähre.
Ich sagte:“ O meine Heimat,
wenn du hungrig wirst, nähre dich von meiner Sehnsucht.“
Da raffte sie ihren goldfarbenen Umhang und verbeugte sich
und segnete mich,
und ich verzweigte mich in sieben Ähren.
Gestern wurde ich ein Springbrunnen.
Ich sagte:“ O meine Heimat,
wenn sie dich erschöpfen, befeuchte deine Stirn bei mir,
und mach dir aus meinen Rippen ein Zelt.“
Da strich sie mit ihren Händen über meine Schultern,
und die ganze Sehnsucht des Daseins in mir flog ihr entgegen.
Gestern wurde ich ein Fenster.
Ich sagte: “O meine Heimat,
erscheine durch meine Rippen vor dem Weltall
und reise auf meinen Augenwimpern in es hinaus.“
Da raffte sie ihren goldfarbenen Umhang und verbeugte sich
und umarmte mich,
und ich schlief auf ihren Unterarmen ein.
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Lied von der Rückkehr nach Sorrent
Zum tausendsten Mal begleitete ich die Stimme und ihren Klang,
ich empfand den Geschmack der rätselhaften Freude und des Kummers,
ich empfand den Geschmack des Kupfers
auf meinen Lippen.
Ah, du bittere Zitrone,
übertreibe nicht mit deinem Gesang,
zerfurche nicht meine Stirn,
halt ein, es gibt keine Tropfen mehr in meiner Brust,
der noch nicht vergossen ist!
Tröste mich nicht.
Ich will weinen nur noch ein einziges Mal,
ich will mich in den Teich der Trauer werfen..
ich verschleiere Blick um Blick!
Wie oft lief ich verzaubert der Stimme und den Melodien nach,
und nicht einmal kehrte ich zurück
es blieb der Geschmack des blauen Rostes und des Vergessens,
er verwundet mich in meiner zartgrünen Tiefe
Schweig...
vollende nicht deine Bahn,
wecke die Wunde nicht auf,
ich werde dieses Mal weinen!!
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Das Aufschluchzen der Kastanien
„Wir wollen sein.“
Murmeln des Herzens, wenn die Stille es überflutet,
die Erwartung des Ungewissen
und die herumirrenden Minuten,
der diamantene Strahl zwischen dem Lehm und den Göttern,
und das zärtliche Verlangen
nach allem Sehenden auf der Erde:
„Wir wollen sein.“
Und wir, meine Prinzessin,
alles Bezauberende der Erde
und alles Wahnsinnige der Erde
wollen wir sein,
nichts als zwei Namen in den Heften der Erde,
etwas, das sein Dasein durchlebt,
nichts als ein Strohhalm
für einen Vogel, mit ihm baut er sein Nest,
nichts als ein Wassertropfen, er erweckt das Leben der Kolloquinte*
ebenso wie das einer edleren Pflanze,
in Schlichtem und Unbeachtetem
kristallisiert sich die Existenz in einem Beben.
Wir sind, meine Geliebte,
ach, das Aufseufzen des Strebens in den erhobenen Armen der Elenden
ach, aller Stolze auf der Erde,
wie die Frucht der Kastanie,
Gefangener der Schale, fast fragt der Kern in seiner Tiefe:
„Wann..., wann werde ich gegessen?“
Und wir meine Geliebte,
wir kriechen wie der Skarabäus,
träumen wie die Kastanie,
uns schütteln die Sehnsucht und der Stolz,
es zerquetscht uns
der Wahnsinn, schleudert uns weg
über Wegstrecken ohne Ende
in ihre Fernen stechen unsere irrenden Augen,
suchend nach dem Licht, welches uns in Götter verwandelt.
Vermögen wir etwas zu sein,
selbst im Sterben, meine Geliebte,
wie die Frucht der Kastanie?
*Kolloquinte ist eine wildwachsende bittere Pflanze
Friday, April 25, 2008
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